Berufseinstiegsbegleitung: Damit Jugendliche ihren Weg finden

Der Übergang von der Schule in eine Ausbildung ist besonders schwierig für diejenigen, die Gefahr laufen, ihren Schulabschluss nicht zu schaffen. Die Berufs-einstiegsbegleitung (BerEb) hilft Schülerinnen und Schülern beim Erreichen des Schulabschlusses und auf dem Weg in die Ausbildung.

Jugendlichen eine Perspektive geben: Kreisrat Marcel Riethig, Teamleiter Lorenz Böning (Agentur für Arbeit) und Ute Reichmann (Landkreis Göttingen) Foto: U.Lottmann

Wie kann ich den Schulabschluss doch noch schaffen? Was kommt danach? Wie finde ich einen Ausbildungsplatz? Einigen Jugendlichen fällt es aus unterschiedlichen Gründen schwerer als anderen, darauf Antworten zu finden und den Weg in einen Beruf zu meistern. Um Schülern zu helfen, die einen Hauptschul- oder Förderschulabschluss anstreben, dabei jedoch Unterstützung benötigen, wurde 2015 die Berufseinstiegsbegleitung (BerEb) flächendeckend im Landkreis und in der Stadt Göttingen eingeführt. Ende März trafen sich Projektbeteiligte aus Stadt und Landkreis Göttingen, der Agentur für Arbeit und Berufsbildende Schulen zur 2. Regionalkonferenz der Berufseinstiegsbegleiter. Ihr Ziel: das Angebot weiter zu verbessern, damit noch mehr Schülerinnen und Schülern der Übergang in eine Ausbildung gelingt.

"Ziel des Präventiv-Angebots ist, dass Jugendliche die Schule nicht ohne Abschluss und berufliche Perspektive für ihre Zukunft verlassen", erläutert Kreisrat Marcel Riethig auf der 2. Regionalkonferenz. Mehr als drei Viertel der Langzeitarbeitslosen hätten keinen Berufsabschluss. Das Interesse seitens der Politik, die Schulabbrecherquote zu senken, ist groß: Mit 3,5 Millionen Euro fördern die Agentur für Arbeit, die Stadt und der Landkreis Göttingen das Projekt.

Lorenz Böning, Teamleiter Berufsberatung der Agentur für Arbeit Göttingen, unterstreicht die Bedeutung des gemeinsamen Projektes: "Es geht in dem Projekt um Perspektiven und Chancen. Auch schwächere Schüler können gute Azubis und später gefragte Fachkräfte werden. Auf dem Weg dorthin benötigen sie sicherlich mehr Unterstützung. Aber der Einsatz zahlt sich aus - nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für die Betriebe."

Beteiligte vereinbaren enge Zusammenarbeit mit den BBS

2016 haben insgesamt 243 Schüler in Stadt und im Landkreis Göttingen das Angebot wahrgenommen. Über 90 Prozent der durch BerEb betreuten Jugendlichen erreichten einen Schulabschluss. Ein Viertel davon ging direkt in eine Ausbildung über. Diejenigen, bei denen zunächst andere Schritte anstehen, werden an den Berufsbildenden Schulen wie z. B. der Berufseinstiegsschule oder in der Berufsfachschule weiter begleitet. "Deshalb ist die Kooperation mit den Berufsbildenden Schulen grundlegend. Wir wollen den Jugendlichen auch in der Übergangsphase bis in die Ausbildung hinein zur Seite stehen. Das gelingt am besten, wenn die einzelnen Akteure abgestimmt zusammenarbeiten", führt Frauke Müller-Brandt von der Beschäftigungsförderung Göttingen (kAöR) aus. Geplant ist, dass die Ergebnisse der 2. Regionalkonferenz in eine Kooperationsvereinbarung mit den Berufsbildenden Schulen münden.

Hilfe direkt dort, wo sie gebraucht wird

Pädagogische Fachkräfte der Berufseinstiegsbegleitung bieten den Schülern direkt in der Schule konkrete Hilfe und persönliche Begleitung an. Dabei arbeiten sie eng mit Lehrern, Eltern und den Berufsberatern zusammen. "Die intensive Unterstützung beginnt in der Regel im achten Schuljahr. Wer daran teilnehmen darf, entscheidet die jeweilige Schule in Abstimmung mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit und den Berufseinstiegsbegleitern vor Ort", erklärt Anke Hildebrand vom Fachdienst Jugendberufshilfe des Landkreises Göttingen. Insgesamt sechs allgemeinbildende Schulen sowie Förderschulen aus dem Stadtgebiet und neun Schulen aus dem Landkreis nehmen an diesem Angebot teil. Das Projekt, das operativ von der BFGoe und der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen (GAB) umgesetzt wird, läuft noch bis 2020.