Wie misst man Verantwortung?
Wirtschaften im Sinne von Mensch und Umwelt – geht das überhaupt? Die BFGoe hat sich 2025 erneut einem ungewöhnlichen Prüfverfahren unterzogen. Dabei ging es um Werte, Auswirkungen und eine Zahl, die mehr aussagt als jeder Geschäftsbericht. Und um die Frage: Sind aus guten Absichten Taten geworden?
Im Frühjahr wurde die BFGoe erneut nach den Prinzipien der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) zertifiziert. Alle zwei Jahre wird im Rahmen eines externen Audits überprüft, inwieweit unser wirtschaftliches Handeln dem Gemeinwohl dient. Grundlage ist die sogenannte Gemeinwohl-Bilanz, die unter anderem den Umgang mit Mitarbeitenden, Lieferant*innen und Partnern, den ökologischen Fußabdruck sowie Mitbestimmung und Transparenz bewertet. Die Bewertungsskala reicht von –3.600 bis +1.000 Punkten. Mit 410 Punkten konnten wir unser gutes Ergebnis aus der Erstzertifizierung nahezu bestätigen. Die Bilanz dient nicht nur der Offenlegung unserer Werteorientierung, sondern liefert auch konkrete Ansatzpunkte für unsere Weiterentwicklung.
Zu unserem positiven Abschneiden beigetragen haben unter anderem der vermehrte Einkauf fair gehandelter und biologischer Produkte, das gelebte Diversitätsmanagement sowie die intensive Auseinandersetzung mit unseren Lieferant*innen und Dozierenden – etwa durch Evaluationen und kontinuierlichen Austausch. Die Entscheidung, sich am Modell der Gemeinwohl-Ökonomie zu orientieren, ist ein fester Bestandteil der strategischen Ausrichtung der BFGoe. „Wir wollen Werte nicht nur benennen, sondern aktiv leben und sichtbar machen“, betont Vorständin Annette Allweil.
Im Zentrum unserer täglichen Arbeit steht das Ziel, benachteiligten Menschen soziale Teilhabe und faire Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen – insbesondere jenen mit erschwertem Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung. „Mit der erneuten GWÖ-Zertifizierung bekräftigen wir unseren Anspruch, zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft beizutragen – durch ein Wirtschaften, das soziale, ökologische und ethische Verantwortung in den Mittelpunkt stellt“, so Allweil.