Alphabetisierungskurs ist gestartet
Den Zugang zu Bildung und den Weg zurück in den regulären Unterricht erleichtern: Das ist das Ziel des BFGoe Alphabetisierungskurses. Er richtet sich an zugewanderte Schüler*innen der Klassen 5–9, die bislang wenig lesen und schreiben können.
Im April 2026 hat die BFGoe im Auftrag der Stadt Göttingen einen neuen Alphabetisierungskurs für zugewanderte Schüler*innen der Sekundarstufe I gestartet. Das Projekt läuft zunächst bis Januar 2027 und richtet sich an Jugendliche der Jahrgänge 5 bis 9, die bislang keine oder nur sehr geringe Schriftsprachkenntnisse besitzen. Viele dieser Jugendlichen verfügen bereits über erste mündliche Deutschkenntnisse, können dem Unterricht an ihren Schulen jedoch kaum folgen, weil grundlegende Kompetenzen im Lesen und Schreiben fehlen. Ohne gezielte Förderung besteht die Gefahr, dass sie dauerhaft den Anschluss an die schulische Bildung verlieren.
Genau hier setzt das neue Angebot an. Die grundlegenden Fähigkeiten im Lesen und Schreiben werden systematisch aufgebaut und damit die Voraussetzung für eine erfolgreiche schulische und berufliche Entwicklung geschaffen. Perspektivisch sollen die Jugendlichen nach der intensiven Lernphase schrittweise wieder in ihre Herkunftsschulen zurückkehren.
Der Kurs ist als intensives Bildungsangebot organisiert. Die Jugendlichen erhalten wöchentlich 25 Unterrichtsstunden und lernen in einem festen Klassenverband. Der Unterricht wird durchgehend von zwei Lehrkräften gemeinsam gestaltet, um eine individuelle Förderung sicherzustellen. Ergänzend begleitet eine sozialpädagogische Fachkraft die Jugendlichen und ihre Familien, unterstützt bei persönlichen und schulischen Fragen und übernimmt die Abstimmung mit Schulen und Behörden.
Der Unterricht findet auf dem Artur-Levi-Campus der BFGoe statt. Neben dem Erwerb grundlegender Schrift-Sprachkompetenzen können – je nach Lernstand – auch praktische oder kreative Angebote wie Sport oder Kunst in den Lernalltag integriert werden. Die Jugendlichen werden in enger Abstimmung mit den weiterführenden Schulen im Stadtgebiet ausgewählt. Zu Beginn erfolgt eine pädagogische Diagnostik, um den individuellen Lernstand festzustellen und die Förderung passgenau auszurichten. Während der gesamten Kurslaufzeit werden die Lernfortschritte dokumentiert und gemeinsam mit den Schulen ausgewertet.
Mit diesem Projekt unterstützt die BFGoe die Schulen in Göttingen dabei, auf besondere Bildungsbedarfe zu reagieren und Jugendlichen einen nachhaltigen Zugang zu Bildung und Teilhabe zu eröffnen.