Schritt für Schritt ans Ziel
Wie aus Unsicherheit neue Zuversicht und aus einem Berufswunsch ein konkreter Ausbildungsplatz werden kann, zeigt sich an einem Fall unseres Teams aus dem Pro-Aktiv-Center. Aylas Geschichte macht deutlich, welche Rolle individuelle Begleitung spielt.
Als Ayla (ihren Namen haben wir geändert) zum Pro-Aktiv-Center (PACE) kam, hatte sie bereits Rückschläge erlebt. Sie hatte zwar den Hauptschulabschluss bestanden, doch ihr Ziel – den Realschulabschluss – verfehlt. Wie es nach dem Hauptschulabschluss weitergehen sollte, war ihr zu diesem Zeitpunkt nicht klar. „Sie konnte sich zwar gut vorstellen, als Pflegefachkraft zu arbeiten, doch dafür ist der Realschulabschluss Voraussetzung“, berichtet PACE-Beraterin Susanne Kessel. Die Beratung des PACE-Teams legte allerdings eine weitere Hürde offen. Die Deutschkenntnisse der jungen Frau aus Afghanistan waren nicht ausreichend für ihren Berufswunsch.
Neben einem Realschulkurs an der VHS, den die 20jährige im Sommer 2025 begann, nahm sie dort auch am Deutsch-Förderunterricht teil. Während dieser Zeit eng an ihrer Seite war das PACE-Team, das ihr über „Durststrecken“ hinweghalf. „Sie hatte immer wieder mal Zweifel, ob sie das alles schaffen könnte. Vor allem, ob sie ihre Deutschkenntnisse so sehr verbessern könnte, dass sie für die Realschulprüfung und Ausbildung ausreichen würden“, berichtet Susanne Kessel.
Während dieser Zeit unterstützte das PACE-Team die junge Frau auf unterschiedlichen Ebenen: von lösungsorientierten Gesprächen, die halfen, ihr Selbstvertrauen zu stärken, über die Unterstützung bei Anträgen und Behördenfragen bis hin zur Beantragung von Fahrtkosten zum Schulkurs oder der Beratung im Bewerbungsprozess. Ein Einsatz, der sich auszahlte: Ayla hat im Sommer nicht nur erfolgreich den Realschulabschluss abgeschlossen, sondern startete Anfang September auch in eine Ausbildung als Pflegefachkraft.