Produktionsschule und Rotary Club kooperieren für eine ShelterBox

Lernen und gleichzeitig anderen helfen? Diese Idee verfolgte die Produktionsschule und der Göttinger Rotary Club mit einem gemeinsamen Projekt und bauten Vogelhäuschen. Das Ziel: Von dem Erlös eine ShelterBox zu finanzieren.

Schule praxisnah: Schüler*innen und Rotarier*innen bauten gemeinsam 30 Vogelhäuschen. Wieviel Material dafür benötigt wurde, berechneten die Schüler*innen selbst. (Foto: BFGoe)

„Wir wollen Schule so gestalten, dass sie bei den Jugendlichen wieder Interesse und Feuer entfacht, Neues entdecken zu wollen“, beschreibt BFGoe-Mitarbeiter Ralf Ruther den Gedanken der Produktionsschule. Dabei sollen praktische Ansätze schulmüden oder schulverweigernden Jugendlichen wieder mehr Lust auf‘s Lernen machen. Gemeinsam mit den Jugendlichen überlegen sich Ralf Ruther und sein vierköpfiges Team regelmäßig neue Projekte, die umgesetzt werden können. Nachhaltig und nutzbringend sollen sie sein. Dafür arbeitet die Produktionsschule gelegentlich auch mit externen Partnern, wie den Göttinger Rotary Clubs zusammen.

30 für 1

So traf es sich gut, dass die Rotarier mit Oberbürgermeister Rolf Georg Köhler gewettet hatten, bis zum Jahresende 30 ShelterBoxen finanzieren zu können. „Gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelten wir die Idee, etwas in der hauseignen Tischlerei der Produktionsschule herzustellen, das gleichzeitig einem guten Zweck dient. Die Wahl fiel dann auf Vogelhäuschen“, erklärt Ralf Ruther, der die Produktionsschule seit 2017 leitet. Aus dem Erlös der selbst hergestellten Vogelhäuschen sollte dann eine ShelterBox finanziert werden. Das Selbsthilfeset unterstützt Menschen, die durch Naturkatastrophen und Konflikte alles verloren haben, beim Wiederaufbau ihrer Existenz.

Matheunterricht praxisnah

Die Planung der Vogelhäuschen wurde dann zur praxisorientierten Unterrichtseinheit. „Im Matheunterricht wurde gemessen, gerechnet und kalkuliert. Das Ergebnis waren „50 für 1“ - 50 Vogelhäuser müssten wir herstellen, um eine ShelterBox zu finanzieren“, so Ralf Ruther. Am 26. Februar trafen sich dann die Jugendlichen und Mitglieder des Rotary Clubs, um die Vogelhäuser in der Produktionsschule zu bauen. Es wurde geklebt, geschraubt, geschnitzt und gestrichen. Die Jugendlichen leiteten dabei die Erwachsenen an. Weil die Materialkosten jedoch durch den Rotary Club übernommen wurden, konnte auch die Stückzahl auf die Formel „30 für 1“ angepasst werden. Die BFGoe finanzierte die sonstigen Betriebskosten und Arbeitsstunden der BFGoe-Mitarbeiter*innen. Am Ende waren 30 Vogelhäuschen fertiggestellt, die im Mai an den Rotary-Club übergeben wurden. Im nächsten Jahr wollen die Produktionsschule und der Rotary Club diese Aktion wiederholen.

Die Produktionsschule Göttingen ist Außenstelle der Heinrich-Heine-Schule Göttingen und versteht sich als alternative Beschulungsform für Schülerinnen und Schüler mit Schulvermeidungsverhalten. Pfeiler des Konzeptes sind Kleingruppenarbeit, erhöhter Praxisanteil und eine starke sozialpädagogische Ausrichtung in der täglichen Arbeit mit den Jugendlichen.